Wer seine Wanderung am Parkplatz vor der Burg Ziesar beginnt, spürt schon beim Aussteigen die besondere Atmosphäre dieses Ortes. Die stolze Burg, einst Sitz der brandenburgischen Bischöfe, erzählt von der früheren Bedeutung der Stadt als geistliches Zentrum. Bevor man aufbricht, lohnt es sich, den 35 Meter hohen Bergfried zu erklimmen. Von seiner Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Rundblick über die Dächer der Stadt, die umliegenden Wälder und Wiesen – ein Panorama, das bereits erahnen lässt, welche stille Schönheit die Wanderung begleiten wird. Ein sanfter Wind weht oben über die Zinnen, trägt den Duft von Gras und Erde herauf und lässt den Blick in die Ferne schweifen.
Der Weg führt anschließend durch die grüne Parkanlage rund um die Burg – ein stiller Ort, an dem das Licht durch die Blätter tanzt. Nur selten trifft man hier andere Wandernde, und so öffnet sich Raum für Gedanken und Staunen.
Auf dem Rundwanderweg begibt man sich dann auf die Spuren des Namens „Zi-e-sar“, der aus dem Slawischen stammt und „Hinter dem See“ bedeutet. Einst war die Stadt von mehreren Seen umgeben, deren Spuren heute noch im großen Feuchtwiesengebiet „Alte See“ zu Füßen der Burg zu erkennen sind.
Der Weg folgt dem Verlauf des ehemaligen Seeufers durch Erlenbrüche, Weidengebüsche und Schilfröhrichte. Immer wieder öffnen sich weite Blicke über die stillen Wiesen und Felder, die eine fast meditative Ruhe ausstrahlen.
An der tiefsten Stelle des früheren Sees, wo der Boden noch sumpfig ist, wurde bereits in den 1970er Jahren – zu DDR‑Zeiten – ein Vogelschutzgebiet eingerichtet. Dieses Kleinod steht seither unter besonderem Schutz und bietet Kranichen, Reihern und Fasanen ein ungestörtes Zuhause. Ihr Ruf hallt weit über die Landschaft und erinnert daran, dass hier Geschichte und Natur seit Jahrhunderten in sanftem Einklang miteinander stehen.
Start & Ziel: Burg Ziesar ~ Strecke: 5 km














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