Die Wanderung beginnt am Bahnhof Wandlitz und führt nach einer kurzen Ortsdurchquerung direkt an den idyllischen Liepnitzsee. Der Weg verläuft zunächst am Nordufer des Sees entlang, teilweise auf einem malerischen Höhenweg, der immer wieder herrliche Ausblicke auf das glitzernde Wasser bietet. Besonders eindrucksvoll sind die von der Eiszeit geformten Terrassen und Schluchten sowie die alten Buchenwälder, die das Ufer säumen und Lebensraum für zahlreiche Vogelarten wie Hohltauben, Spechte und Schellenten bieten.
Kurz vor dem Örtchen Ützdorf besteht die Möglichkeit, mit der Fähre auf die Insel Großer Werder überzusetzen. Auf der Insel lädt das Ausflugslokal „Zum Insulaner“ zu einer Rast ein, wo bereits seit dem 19. Jahrhundert Sommergäste bewirtet werden.
Hinter Ützdorf führt der Weg durch dichten Wald weiter in Richtung Bogensee. Direkt am Seeufer errichtete die Stadt Berlin 1936 eine Blockhütte für Joseph Goebbels, die dieser als Rückzugsort nutzte. Wenige Jahre später entstand am gegenüberliegenden Ufer ein repräsentativer Landsitz, der sogenannte „Waldhof Bogensee“, ausgestattet mit 30 Zimmern, Gästehaus, eigenem Kinosaal und Hausbunker. Hier arbeitete Goebbels an seinen Reden und empfing Gäste; der Landsitz war streng bewacht und galt als einer der modernsten seiner Zeit.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände umfassend umgestaltet: In den 1950er-Jahren entstanden zahlreiche Neubauten im Stil des Sozialistischen Klassizismus. Die Gebäude dienten als Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ der Freien Deutschen Jugend (FDJ), wo der Funktionärsnachwuchs der DDR ausgebildet wurde. Die Schule war eine zentrale Einrichtung zur politischen Bildung und beherbergte zeitweise hunderte Jugendliche aus der gesamten DDR.
Nach der Besichtigung des weitläufigen Areals, das heute noch Spuren beider Epochen trägt, führt der Wanderweg weiter durch den ruhigen Wald bis zum Bahnhof Klosterfelde, wo die Tour endet.
Start: Bahnhof Wandlitz ~ Ziel: Bahnhof Klosterfelde ~ Strecke: 14 km











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