Die Radtour von Goldbeck durch die Wische nach Werben an der Elbe beginnt am Bahnhof Goldbeck und führt zu einem abwechslungsreichen Ausflug in die historische Altmark. Die Wische war einst ein weitläufiges Feuchtgebiet, das aufwendig durch ein Netz von Gräben entwässert wurde, um das Land für Landwirtschaft und Besiedlung nutzbar zu machen. Heute folgt der Radweg diesen alten Entwässerungssystemen: Er lädt zu einer landschaftlichen Entdeckungsreise ein, auf der man entlang dieser Gräben radelt. Der Weg ist teils holprig, mit Schotter bedeckt und stellenweise von Gras überwuchert – ein authentisches Naturerlebnis.
Unterwegs lässt sich die Schönheit der Altmark mit ihrer weitläufigen Landschaft und der ursprünglichen Natur genießen. Immer wieder bieten sich Gelegenheiten, seltene Vogelarten wie größere Populationen von Milane zu beobachten, die hier ein wichtiges Rückzugsgebiet gefunden haben.
Ein lohnender Zwischenstopp ist das kleine Dorf Giesenlage mit seiner Dorfkirche, die eine Besonderheit beherbergt, die sogenannte „Heilige Geheimsprache“. Dieses einzigartige Phänomen fasziniert besonders Besucher mit Interesse an Religionsgeschichte oder auch Mathematik – ein außergewöhnliches Ziel auf der Route.
Diese Tour eignet sich bestens für Urlauber, die bequem mit Bahn und Rad anreisen möchten, um die ländliche Ruhe und Geschichte der Altmark zu erleben. Als Rückweg empfiehlt sich unsere Radtour entlang der Elbe von Werben bis nach Wittenberge, die mit ihren faszinierenden Flusslandschaften einen perfekten Abschluss bietet.
Geschichte der Urbarmachung
Die Trockenlegung der Altmärkischen Wische in der DDR erfolgte hauptsächlich im Rahmen der „Aktion Wische“, einem zentralen Jugendobjekt der Freien Deutschen Jugend (FDJ) ab 1958. Über 16.000 junge Menschen aus dem Bezirk Magdeburg wurden mobilisiert, um mit Handarbeit Gräben auszuheben, Wege zu bauen und die Landschaft zu entwässern. Ziel war es, das Überschwemmungsgebiet der Elbe in fruchtbares Ackerland umzuwandeln und landwirtschaftlich besser nutzbar zu machen.
Die Aktion war Teil der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft in der DDR und wurde als großer Gemeinschaftseinsatz gesehen, mit dem der schwierige, lehm- und tonhaltige Boden („Minutenboden“) begehbar und bewirtschaftbar gemacht werden sollte. Damit wurde aus einer jahrzehntelang vernachlässigten, oft überfluteten Gegend ein produktives und schlagkräftiges Agrargebiet.
Start: Bahnhof Goldbeck & Ziel: Zentrum von Werben (Elbe) ~ Strecke: 27 km














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