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Letschin

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Geschichte

Letschin, 1336 erstmals urkundlich erwähnt, entwickelte sich nach der Trockenlegung des Oderbruchs unter Friedrich II. (ab 1747) zu einem landwirtschaftlichen Zentrum der Region. Der preußische König ließ das sumpfige Gebiet durch Deichbau und Flussbegradigung urbar machen, wodurch sich Letschin vom Fischerdorf zum blühenden Marktort mit Handwerk, Handel und Zuckerrübenanbau wandelte. Johann Gottlieb Koppe führte hier ab 1830 den Zuckerrübenanbau ein und gründete 1838 in Kienitz die erste Zuckerfabrik der Region, was Letschin wirtschaftlich prägte.

Mit dem Bau der Oderbruchbahn (Ende 19. Jh.) und weiterer Bahnstrecken nach Wriezen, Seelow und Frankfurt (Oder) wurde Letschin zum Verkehrsknotenpunkt – begünstigt durch die fruchtbaren Böden des Oderbruchs. 1863 erhielt der Ort Marktrechte und kleinstädtischen Charakter mit Schulen, Druckereien und Hotels. 1905 setzten die Bewohner Friedrich II. ein Denkmal, das nach 1945 gerettet und 1990 wieder aufgestellt wurde.

Kulturelle Bedeutung

Theodor Fontane verbrachte 1844/45 ein Praktikum in der örtlichen Apotheke und ließ sich später von einem Mordfall im Gasthaus „Zum Alten Fritz“ (1843) für seine Novelle Unterm Birnbaum inspirieren. Die Ruine des Schinkelturms – Überrest einer 1818 nach Plänen Karl Friedrich Schinkels erbauten Kirche – erinnert an die architektonische Vergangenheit.

Heutiges Letschin

Als „heimliche Hauptstadt des Oderbruchs“ verbindet der Ort preußische Kolonisationsgeschichte mit literarischem Erbe und dient als Ausgangspunkt für Radtouren an die Oder.

Letschin wird von uns als Lebensort empfohlen.